Rosina Wachtmeister

1939 in Wien geboren, Krieg, Bomben, ein Garten voll Kartoffeln, Keramik-Werkstatt, Flötenstunde. "Das klinget so herrlich" - Mozart, blühende Fliedersträucher, Linden, Weiden und ein Floß am Attersee.

1953 Brasilien - Porto Alegre - die Kunstschule: Horror, Freunde, die über brasilianische Politik reden, Steine auf die Polizei schmeissen - Fußball - Karneval, Samba, Alkohol, Churrasco, Rennautos, Miss Brazil und die Skulpturen der Neger Afrikas. Rosina kann mit alldem nichts anfangen. Sie sehnt sich nach dem Schloss Mirabell, Gärten mit Springbrunnen, weißen Marmorengeln mit goldenen Flügeln, einer alten Kirchenorgel - Bach, Gustav Klimt, Paul Klee, Buchenwälder, dem Lieben Gott ihrer Großeltern und nach dem klaren kühlen Wasser des Attersees.

Bücher: Kafka, Dostojevski, Rilke, Erich Fromm, Sartre : "Das Ekel", alles wird zum Ekel :
Brasilien..... die feuchte Hitze, aufgeschwollende Beine und Füße, Insektenstiche, Gestank von verwesenden Tieren, Müll, Schweiß, leprakranke Menschen, Telenovelas und die ewige Trommelei von der nahen Favela. Tag und Nacht, Tag
und Nacht .

1958 Sao Paulo Hier gibt es eine Biennale. Bilder von de Kooningen, Afro, Mobiles von Calder. Eine neue Welt, ein neues Leben. Eine italienische Künstlergruppe, eine große Liebe, ein Baby: Gabila. Rosina ist 21 Jahre alt.

1961 Salvador - Bahia. Ein Leuchtturm, das Meer, Sandstrände, eine Freundin, ein Marionettentheater: Brecht, Garcia Lorca, Dylan Thomas, die Beatles.

1967 Italien. Rom, die Piazza Navona.

1974 Capena. Ein zerfallenes mitteralterliches Dorf nördlich von Rom. Die Kirche "San Michele Arcangelo" - Rosinas Haus.

Rosinas Arbeit wird bei mehreren namhaften Verlegern als Bücher, Kunstdrucke, Kalender, Karten usw. veröffentlicht. Und es wird Keramik mit Ihren Motiven (Katzen, Häuser usw.) produziert.

2002 Was bleibt übrig ?
Capena, eine große Familie, ein Garten, Bäume, Hühnerställe, Vogelgezwitscher, Turteltauben, Gänse, Pfauen, Spatzen, Raben, Starenschwärme, ein Brunnen, 9 Straßenhunde, 3 Dackel, 20 Katzen, Serafina. Zwei Albaner, die die schwere
Arbeit machen. Lucio und Ben.

 

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